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Dialog mit Effekt: ein BMEL-Teilprojekt rüstet die Mongolei zur Klimawandelanpassung im Ackerbaubereich

von Dr. Erdenebolor Baast, Langzeitfachkraft des Deutsch-Mongolischen Kooperationsprojektes „Nachhaltige Landwirtschaft“

Sommerweizenanbau_Darkhan Uul Aimag Khongor Sum_Bildquelle DMKNL
Sommerweizenanbau_Darkhan Uul Aimag Khongor Sum_Bildquelle DMKNL

Extreme klimatische Verhältnisse mit geringen Niederschlägen und großen Temperaturschwankungen sowie die geringe Bodenfruchtbarkeit bieten nur ein begrenztes Potenzial für die ackerbauliche Entwicklung der Mongolei.

Durch den Klimawandel steigen nun zusätzlich die Risiken von Ertragsausfällen massiv und bedrohen das armutsgefährdete Land mit steigenden Lebensmittelpreisen und einer sinkenden Ernährungssicherheit. Zur Anpassung des Ackerbaus an den Klimawandel benötigen die mongolische Regierung und Landwirte systematische Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels und über Handlungsmöglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel.

Hier setzt das vom BMEL über das Bilaterale Kooperationsprogramm geförderte Teilprojekt „Agrarfachlicher Dialog zur Anpassung des mongolischen Ackerbaus an den Klimawandel“ an: Zum einen wurde eine umfassende Studie zu den Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und der Landwirtschaft im Ackerbau in Zusammenarbeit deutscher und mongolischer Wissenschaftler erstellt. Zum anderen wurden darauf aufbauend praktische Handlungsempfehlungen für eine nachhaltig an den Klimawandel angepasste Entwicklung des mongolischen Ackerbaus an agrarpolitische Entscheidungsträger sowie Fach- und Führungskräfte im Sektor erarbeitet. Die Handlungsempfehlungen fließen in den Maßnahmenplan zur Umsetzung der Kampagne „Atar-4“ für eine nachhaltige Entwicklung des Ackerbaus ein, in dem alle agrarpolitischen Fördermaßnahmen im Ackerbaubereich zwischen 2020 und 2025 komprimiert sind.

Da keine weiteren thematisch vergleichbaren Veröffentlichungen verfügbar sind, können die aus dem Teilprojekt resultierenden Outputs (Studie, Fact Sheets und Policy Briefs) über einen längeren Zeitraum als Datengrundlage für agrarpolitische Entscheidungen, Forschungsvorhaben, Beratungsleistungen sowie praktische Initiativen zur Anpassung des Ackerbaus an den Klimawandel genutzt werden. Darüber hinaus ist aus dem Projekt ein praktisches Schulungskonzept mit multimedialen Inhalten hervorgegangen, das sich primär an Agrarberater und Fachkräfte richtet, sich aber auch auf die akademische Hochschulbildung im Landwirtschaftssektor und die praktische Berufsausbildung übertragen lässt.

Zur intensiven Wissensvermittlung organisierte das Teilprojekt eine Studienreise nach Kasachstan mit 7 Teilnehmern, eine Multiplikatorenschulung mit 88 Teilnehmern sowie eine Konferenz mit 116 Teilnehmern, die aus unterschiedlichen und relevanten Bereichen des mongolischen Agrarsektors kamen. Über 200 Fach- und Führungskräfte, Agrarforscher und Agrarberater wenden nun nicht nur das erworbene Wissen selbst an, sondern können das gewonnene Know-How auch im Land weitergeben. Das durch das Teilprojekt vermittelte Wissen zu einer stärkeren Fokussierung auf die Klimawandelanpassung soll damit nachhaltig in Wissenschaft und Praxis verankert bleiben. 

Die erfolgreiche Durchführung des Teilprojekts in einem relativ kurzen zeitlichen Rahmen wurde durch die gezielte Integrierung in das seit 2013 bestehende „Deutsch-Mongolische Kooperationsprojekt Nachhaltige Landwirtschaft (DMKNL)“ gewährleistet. Das DMKNL hat sich mittlerweile im mongolischen Agrarsektor fest etabliert und ermöglicht die aktive Zusammenarbeit der mongolischen wie auch deutschen Partner. Das Teilprojekt fand eine äußerst hohe Zustimmung bei den Fach- und Führungskräften im mongolischen Agrarsektor und konnte wichtige Akzente bei der Erarbeitung der Regierungskampagne „Atar-4“ für eine nachhaltige Entwicklung des Ackerbaus setzen.

Das BMEL-Teilprojekt „Agrarfachlicher Dialog zur Anpassung des mongolischen Ackerbaus an den Klimawandel“ wurde zwischen dem 15.04.2019 und 30.06.2020 durchgeführt. Die aus dem Teilprojekt resultierenden Policy Briefs, Fact Sheets und die Studie (in mongolischer und englischer Sprache) befinden sich auf der Webseite des Deutsch-Mongolischen Kooperationsprojektes „Nachhaltige Landwirtschaft“ (dmknl.de).

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