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Brasilien und Argentinien

Brasilien ist gemessen an der Landesfläche und an der Bevölkerungszahl der fünftgrößte Staat der Welt und nimmt mit über 8,5 Mio. km² die Hälfte der Fläche Südamerikas ein. Argentinien folgt mit ca. 2,78 Mio. km², der zweitgrößten Landesfläche auf dem Kontinent.

Argentinien und Brasilien sind mit ihrem Produktions- und Exportpotential globale Schwergewichte in der internationalen Agrarwirtschaft. Als Mitglieder der G 20 und der regionalen Wirtschafts- und Freihandelszone „Mercosur“ gehören sie zu den aufstrebender Volkswirtschaften mit einer wichtigen Stimme in der Gestaltung internationaler Prozesse.

Es ist im Interesse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), mit international bedeutenden Agrarwirtschaftsnationen wie Argentinien und Brasilien gute bilaterale Kontakte zu pflegen. Ein wichtiger Baustein sind bilaterale Kooperationsprojekte, die den fachlichen Austausch fördern und einen Beitrag zur Entwicklung einer modernen, sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft leisten sowie die Selbstorganisationskräfte in der Land- und Ernährungswirtschaft fördern.

Rund ein Drittel der Gesamtfläche Brasiliens wird landwirtschaftlich genutzt, in Argentinien sogar rund 55% der Landfläche. Die Landwirtschaft, ohne den weiterverarbeitenden Sektor, trägt mit jeweils ca. 6% (Brasilien) und 5% (Argentinien) zum nationalen Bruttoinlandsprodukt bei und ist vor allem durch großflächigen, industrialisierten Anbau von Agrarrohstoffen und deren industrialisierter Weiterverarbeitung geprägt. Daneben existiert aber auch eine große Anzahl kleiner und mittlerer Familienbetriebe sowie subsistenzorientierte Landwirtschaft. Wichtige agrarische Produkte beider Länder sind Soja und Mais sowie die Rindfleischproduktion.

Die großflächige Produktion dieser Hauptkulturen basiert weitestgehend auf konventioneller Landwirtschaft und Monokulturanbau und erfordert einen hohen Einsatz von Dünge- und Pflan-zenschutzmitteln. In der Folge sind beide Länder zunehmend mit einem Verlust an Artenvielfalt und natürlichen Waldvorkommen konfrontiert. Auch der übermäßige Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und die damit verbundene Entwicklung von Pflanzenresistenzen sowie Produkt- und Gewässerverunreinigungen stellt in beiden Ländern ein wachsendes Problem für Gesellschaft und Umwelt dar.

In beiden Ländern wurden agrarpolitische Programme aufgelegt, um die Entwicklung nachhaltigerer Anbausysteme zu fördern. Sozialpolitische Programme verfolgen vor allem in Brasilien das Ziel der Ernährungssicherung mit einem Schwerpunkt auf die ländlichen Gebiete.

(Stand: Februar 2018)