Suche schließen

Projekte

Deutsch-Indische Zusammenarbeit im Bereich Saatgut – Vertiefungsphase

Das Projekt

Die Verfügbarkeit neuer Pflanzensorten mit Eigenschaften wie verbessertem Ertrag, Resistenz gegen Pflanzenschädlinge und -krankheiten sowie Anpassungsfähigkeit an veränderte klimatische Bedingungen sind Schlüsselelemente für eine nachhaltige Steigerung der Produktivität.  Erstklassiges Saatgut zugelassener Sorten trägt dazu bei, die grundlegende Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und die Bereitstellung von Futtermitteln mit höchster Qualität zu gewährleisten.

Bauern in Indien fehlt allerdings häufig der Zugang zu qualitativ hochwertigem Saatgut. So können unzureichende Keimfähigkeit oder Fremdbesatz die Qualität des gehandelten Saatguts erheblich mindern. Es gilt, die Rahmenbedingungen für Produktion und Vermarktung hochwertigen Saatguts zu verbessern, um die Wettbewerbsfähigkeit des Saatgutsektors zu stärken. Zudem ist es wichtig, Sorten noch besser an die Bedingungen der lokalen Landwirtschaft anzupassen.

Methodisch baut die aktuelle zweijährige Vertiefungsphase (2017-2018) des Projektes „Deutsch-Indische Zusammenarbeit im Bereich Saatgut“ auf dem bereits seit Juli 2013 auf nationaler Ebene verfolgten Fachdialog auf. Ausgewählte Maßnahmen werden beispielhaft im südindischen Bundesstaat Telangana umgesetzt. Telangana ist von einem semiariden, vorwiegend heißem und trockenen Klima geprägt.

Förderliche natürliche Bedingungen (Klima, Boden etc.) erleichtern die Saatgutproduktion. Inzwischen haben sich mehr als 400 Saatgutfirmen in Telangana angesiedelt. Der Bundesstaat mit der Hauptstadt Hyderabad hat sich zu einem “Seed Hub” Indiens entwickelt.

Projektziele und Aktionsbereiche

Ziel des bilateralen Kooperationsprojektes im Bereich Saatgut ist es, Verbesserungspotenziale bei den gesetzlich-politischen Rahmenbedingungen sowie in der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von qualitativ hochwertigem Saatgut in Indien zu identifizieren und zu beschreiben. Im Bundesstaat Telangana sollen konkrete Ansätze zur Optimierung entlang der Saatgutproduktionskette erprobt werden.

Themen des Fachaustausches sind insbesondere Sortenschutz, Saatgutverkehr einschließlich Zertifizierung von Saatgut sowie technische Verfahren und Methoden zur Registrierung und Identifizierung von Pflanzensorten. Gleichzeitig sollen die Anforderungen des informellen Saatgutsektors berücksichtigt sowie die Erhaltung und Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen gefördert werden.

Die Projektaktivitäten umfassen u.a.:

  • Beratung und technische Trainings durch deutsche Experten in Indien;
  • gegenseitiger Informationsaustauch durch Fachseminare, Workshops und Studien;
  • Schulungen und Fachinformationsfahrten für indische Experten in Deutschland.

Direkte Zielgruppen des Fachaustausches sind insbesondere Vertreter von indischen Saatgutbehörden sowie Mitarbeiter von Saatguttest- und Zertifizierungsagenturen, Agraruniversitäten, Vertreter von staatlichen und privaten Saatgutfirmen sowie deren Interessensverbänden. Diese Aktivitäten kommen den  Landwirten, die indisches Qualitätssaatgut nutzen, zu Gute.

Projektpartner und Kooperationen

Politische Partner sind das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die Abteilung für Landwirtschaft und Kooperation im Agrarministerium in Neu-Delhi sowie die Abteilung für Landwirtschaft und Kooperation im Agrarministerium der Regierung im südindischen Bundesstaat Telangana.

Mit der Durchführung des Projektes wurde die Arbeitsgemeinschaft Sortenförderungsgesellschaft mbH (SFG), ADT Projekt GmbH (ADT) und Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) beauftragt.

Fachpartner in Neu-Delhi sind:

  • Protection of Plant Varieties and Farmers Rights’ Authority (PPV&FRA)
  • National Bureau of Plant Genetic Resources (NBPGR)
  • National Seed Association of India (NSAI)

Fachpartner im südindischen Bundesstaat Telangana sind:

  • Telangana State Seed & Organic Certification Authority (TSSOCA)
  • Telangana State Seed Development Corporation Ltd. (TSSDC)
  • Prof. Jayashankar State Agricultural University (PJTSAU)
  • Seedsmen Association Hyderabad

In Deutschland sind u.a. das Bundessortenamt (BSA), das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) e.V. sowie das Julius Kühn-Institut (JKI) an dem Projekt beteiligt.

(Stand: Mai 2017)

Schließen
Vorheriges Bild Nächstes Bild