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Russische Föderation

Russische Föderation

Neun Prozent der Weltackerfläche und je ein Fünftel aller Süßwasservorräte und Waldflächen der Erde: Russland verfügt über beachtliches landwirtschaftliches Potential und ist bereits heute weltweit führender Weizenexporteur. Die russische Landwirtschaft trägt ca. 3,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt 5,77 % der Erwerbstätigen (2019). Russland verzeichnete im Jahr 2020 eine Getreideernte von ca. 122,5 Millionen Tonnen und setzt damit die Steigerung weiter fort. Das in vielen Bereichen zu beobachtende Wachstum im Binnenraum (u.a. im Milch- und Schweinefleischsektor) ist auch auf die verstärkte finanzielle Förderung einheimischer Produzenten zurückzuführen sowie auf Effekte des Marktschutzes durch die 2014 verhängten Importverbote für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU.

Im abgeschotteten russischen Markt konnten heimische Erzeuger Produktion und Marktanteile erheblich ausbauen. Erklärtes Ziel der russischen Agrarpolitik ist es, nach Sicherstellung der Eigenversorgung die Lebensmittelexporte bis 2030 zu verdoppeln. Die Gesamtheit der russischen Exporte wurde auch 2019 von Energieträgern dominiert (234,5 Mrd. Euro), jedoch lagen bereits auf dem fünften Platz Exporte von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen (22,1 Mrd. Euro). Dabei werden zunehmend auch die Märkte für ökologisch erzeugte Produkte fokussiert. So arbeitet Russland aktuell am Aufbau eines international anerkannten Zertifizierungssystems für den ökologischen Landbau.

Insgesamt hat die russische Landwirtschaft nach der Auflösung der Sowjetunion viele Veränderungen erfahren. Viele der staatlichen landwirtschaftlichen Betriebe waren dem kaum gewachsen. So kam es in den 1990er Jahren zu einer Konzentration von großen Agrarbetrieben, die heute bis zu Fünfhunderttausend Hektar und mehr bewirtschaften. Jedoch leisten die Kleinsterzeuger unverändert einen hohen Beitrag in der Nahrungsmittelproduktion, insbesondere bei arbeitsintensiven Kulturen wie Obst und Gemüse. Private Landwirte mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von ca. 200 Hektar haben es auch wegen der oftmals aufwändigen Logistik und eingeschränktem Marktzugang schwer, sich in der bestehenden dualen Struktur aus Groß- und Kleinstbetrieben zu entwickeln.

Deutschland und Russland pflegen historisch gewachsene und bewährte Beziehungen im Agrarsektor. Ziel des bilateralen Engagements des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist es, das gegenseitige Verständnis zu verbessern, verlässliche und regelbasierte Rechtsrahmen zu fördern und die Kooperation in Politik, Wirtschaft, Forschung und Bildung zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Austausch zu wichtigen Nachhaltigkeitsthemen und Zukunftsfragen.

(Stand: Mai 2021)