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Russische Föderation

Neun Prozent der Weltackerfläche, drei Prozent der globalen Weideflächen sowie je ein Fünftel aller Süßwasservorräte und Waldflächen der Erde: Russland verfügt über beachtliches landwirtschaftliches Potential. In der jüngeren Vergangenheit trug die russische Landwirtschaft knapp fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Russland verzeichnete im Jahr 2017 bei der Getreideernte einen Rekordertrag von ca. 132 Millionen Tonnen und hat noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Allerdings hat das Wachstum im Binnenraum, neben einer verstärkten finanziellen Förderung einheimischer Produzenten, eine maßgebliche Ursache im 2014 verhängten Importverbot für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU.

Im abgeschotteten russischen Markt konnten heimische Erzeuger Produktion und Marktanteile erheblich ausbauen. Wunsch der russischen Agrarpolitik ist es, nach Sicherstellung der Eigen-versorgung auch zu einem großen Lebensmittelexporteur zu werden. Man hat dabei auch die Märkte für ökologisch erzeugte Produkte im Sinn.

Insgesamt hat die russische Landwirtschaft nach der Auflösung der Sowjetunion viele Veränderungen erfahren. Viele der staatlichen landwirtschaftlichen Betriebe waren dem kaum gewachsen. So kam es in den 1990er Jahren zu einer Konzentration von großen Agrarbetrieben, die heute bis zu Fünfhunderttausend Hektar bewirtschaften. Jedoch leisten die Kleinerzeuger unverändert einen hohen Beitrag für die Versorgung Russlands. Private Landwirte mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 200 Hektar haben es schwer, sich gegen die Agrarholdings zu behaupten. Auch in Russland findet eine Konzentration der Betriebsstrukturen in der Landwirtschaft statt.

Deutschland und Russland pflegen historisch gewachsene und bewährte Beziehungen im Agrarsektor. Ziel des bilateralen Engagements des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist es, das gegenseitige Verständnis zu verbessern, verlässliche und regelbasierte Rechtsrahmen zu fördern und die Selbstorganisationskräfte der Wirtschaft zu stärken.

(Stand: Februar 2018)