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Südafrika

Südafrika mit ca. 55 Millionen Personen ist ein mehrheitlich christlich geprägtes Land und zeichnet sich durch eine große soziokulturelle Vielfalt aus. Dies kommt nicht zuletzt durch die insgesamt 11 offiziellen Landessprachen zum Ausdruck, Englisch wird aber an allen Schulen des Landes als verbindende Sprache gelehrt. Südafrika ist nach dem offiziellen Ende der Apartheid im Jahr 1994 eine parlamentarische Demokratie mit Präsident und föderativen Elementen. Politisch und sozial müssen sich die Menschen allerdings noch heute mit den weitreichenden Folgen der Apartheidspolitik (1948-1994) auseinandersetzen.

Das Land ist drittgrößte afrikanische Volkswirtschaft und einziger Vertreter des afrikanischen Kontinents bei den G20-Treffen. Der Finanzsektor funktioniert nach internationalen Standards und stellt einen Wirtschaftsstabilisator im Land dar. Rund 1/3 der Exporte Südafrikas sind Rohstoffe, importiert werden hauptsächlich Öl und Industriegüter. Der Bergbau (Gold, Platin, Diamanten, Kohle, Eisenerz) ist einer der wichtigsten Sektoren im Land. Handelspartner sind vor allem China, Deutschland, USA und Indien. Trotz vergleichsweise hoher Wirtschaftsleistung leben aber ca. 1/3 der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von 2$/Tag. Die Einkommen sind in Südafrika höchst ungleich verteilt.

Das Land verfügt über 6 verschiedene Klimazonen, die den Anbau einer Vielzahl unterschiedlicher landwirtschaftlicher Kulturen in einigen Regionen ermöglichen. Das Land ist aber bereits stark von negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen, vor allem verlängerte Dürreperioden und allgemeine Wasserknappheit nehmen zu.

Die Landwirtschaft (LW) trägt mit ca. 2,5% (2017) zum südafrikanischen BIP bei. Ein Großteil der Wasservorräte werden für die LW genutzt, etwa 1/3 der Erträge des Pflanzenbaus stammen aus künstlichen Bewässerungssystemen. Gegenwärtig werden vor allem Obst, Gemüse (auch Mais) für den internationalen Export sowie Mais als Grundnahrungsmittel für den nationalen Konsum produziert.

Knapp 5% der arbeitenden Bevölkerung sind im formalen Landwirtschaftssektor beschäftigt. Die südafrikanische Landwirtschaft ist durch eine starke Zweiteilung gekennzeichnet. Rund 36.000 kommerzielle Betriebe bewirtschaften den größten Teil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Ihnen stehen schätzungsweise 1,3 Mio. Kleinbauern, die Subsistenzlandwirtschaft betreiben, gegenüber.

Das BMEL orientiert sich mit seinem Engagement in afrikanischen Ländern an den Afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung aus dem Jahr 2014, die 2019 fortgeschrieben und weiterentwickelt wurden. Südafrika als wirtschaftlicher Motor der Länder des südlichen Afrikas ist für das BMEL ein wichtiges Partnerland. Es unterstützt daher südafrikanische Kooperationspartner in der Gestaltung und Weiterentwicklung von Institutionen und Prozessen des landwirtschaftlichen Sektors. Ein internationaler Expertenaustausch zu fachlichen und organisatorischen Fragen zu Landnutzungssystemen kann beispielsweise effizientere Institutionen fördern.

(Stand: Juli 2019)

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