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Thailand

Thailand

Über die letzten Jahrzehnte konnte Thailand enorme Fortschritte sowohl in seiner sozialen als auch wirtschaftlichen Entwicklung verzeichnen und ist nach Indonesien die zweitgrößte Volkswirtschaft unter den zehn Staaten der Wirtschaftsgemeinschaft südostasiatischer Länder (ASEAN). Obwohl der Agrarsektor (8,1% des BIP) von der Industrie und der Dienstleistungsbranche im Lauf der letzten Jahrzehnte überholt wurde, trägt er wesentlich zum Export bei und gehört nach wie vor zu den Schlüsselsektoren des Landes. Die Bevölkerung Thailands beträgt knapp 70 Millionen, ein Drittel davon verdient ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft.

Die thailändische Landwirtschaft verfügt eher über kleinere Betriebsstrukturen. Nach Daten des letzten durchgeführten Agrarzensus im Jahr 2013 gibt es insgesamt rund 5,9 Millionen landwirtschaftliche Betriebe mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 3,7 ha. Je Betrieb werden im Durchschnitt vier Personen (meist Familienmitglieder) beschäftigt, was insgesamt zu der hohen Beschäftigungsquote im Sektor beiträgt.

Ein weiteres Merkmal der thailändischen Landwirtschaft ist die hohe Zahl von Betrieben, die nur eine landwirtschaftliche Aktivität, meist Monokulturanbau, betreiben (rund 80%). Wichtigste Anbaukultur ist Reis, der auf über 50% der landwirtschaftlichen Fläche kultiviert wird, gefolgt von Feldfrüchten (insbesondere Cassava, Zuckerrohr und Mais) und Kautschuk. Zweitwichtigster Wirtschaftszweig ist, neben dem Ackerbau, die Tierproduktion. Für viele Betriebe, insbesondere in der Nordostregion, ist sie von hoher Bedeutung und wird durch Rinder- und Hühnerhaltung dominiert.

Wie die gesamte Wirtschaftsleistung nahm auch die Wertschöpfung der landwirtschaftlichen Produktion in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zu. Trotzdem stellt weiterhin ein wesentliches Problem der thailändischen Landwirtschaft die, im Vergleich zu anderen Staaten in Südostasien, geringe Produktionseffizienz dar. Es wird geschätzt, dass auf rund 2/3 der landwirtschaftlichen Fläche kein ausreichender Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird, sodass die Betriebe oft stark verschuldet sind.

Die thailändische Regierung hat diese Schwierigkeiten erkannt und die Landwirtschaft in ihrem 20-jährigen (2017 – 2036) strategischen Entwicklungsplan „Thailand 4.0“ als eine von neun Schlüsselindustrien bezeichnet, die den Kernpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung bilden sollen. Die genannten Zukunftsbereiche gruppieren sich in Clustern, um Synergieeffekte zu nutzen. Innerhalb des landwirtschaftlichen Sektors sollen modernere Produktionsformen zum Einsatz kommen, die die Produktivität der landwirtschaftlichen Produktion erhöhen, die Produktion deutlich effizienter gestalten und das Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe erhöhen.

(Stand: Januar 2021)