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Drittes Best Practice Seminar zum Thema Gülleverwertung in Tianjin

Tier- und Pflanzenproduktion findet in China vielerorts entkoppelt statt. Bislang wurde insbesondere die rasante Entwicklung zu einseitig ausgerichteten sehr großen Tierhaltungsbetrieben mit effizienter und qualitativ hochwertiger Produktion politisch gefördert. Diese Entwicklung stellt die Erzeuger nun vor eine immense logistische Herausforderung: Was tun mit den großen Mengen organischer Reststoffe, die in diesen Betrieben anfallen?

Teilnehmer des 3. Seminars zum Thema „Gülleverwertung“ in Tianjin (Quelle: ADT Project Consulting)
Teilnehmer des 3. Seminars zum Thema „Gülleverwertung“ in Tianjin (Quelle: ADT Project Consulting)

Erfahrungen aus anderen Ländern sollen helfen, Lösungsansätze für die Situation in China zu finden. Das Thema Gülleverwertung hat sich in den letzten Jahren zu einem der Beratungsschwerpunkte des „Deutsch-Chinesischen Kooperationsprojekts zur Weiterentwicklung der Tierzucht und Tierhaltung in China“ entwickelt.

Nach der sehr guten Resonanz in den Jahren 2016 und 2017  fand am 11. und 12.10.2018 in Tianjin das dritte Best-Practice Seminar zur Gülle- und Festmistverwertung statt. Mitveranstalter war in diesem Jahr das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum (DCZ).

Im Rahmen des Seminars wurden sowohl technische Lösungen als auch wissenschaftliche Erkenntnisse für das Güllemanagement in den rinder- und schweinehaltenden Betrieben präsentiert. Am ersten Tag wurden in den Vorträgen der Wirtschaftspartner Fliegl Agrartechnik, FAN-Separator und Holmer Maschinenbau und des Unternehmens m-u-t GmbH technische Lösungen für Transport und Ausbringung dargestellt.

Bei dem Feldtag am Nachmittag des ersten Seminartages, der einen alljährlichen Höhepunkt darstellt, konnten sich die Seminarteilnehmer in praktischer Weise von der am Vormittag präsentierten Technik überzeugen. Die Vorführungen wurden von den Unternehmen Claas mit Traktoren und Horsch mit einem Grubber zur Einarbeitung der Gülle nach der Ausbringung unterstützt. 

Der zweite Tag begann mit einer wissenschaftlichen Betrachtung der Behandlung und Nutzung von Gülle in chinesischen Betrieben durch Frau Prof. Shi (Chinese Agricultural University, Peking). Anschließend stellte Herr Prof. Oldenburg (Ingenieurbüro Prof. Dr. Jörg Oldenburg, Oederquart in Niedersachsen) das Verfahren zur emissionsrechtlichen Genehmigung von Stallanlagen und die hierfür notwendigen Messverfahren bzw. Rechenmodelle vor. Herr Prof. Lin von der Shandong Agricultural University sprach über den rechtlichen und politischen  Rahmen in China bei der Nutzung organischer Reststoffe in der Landwirtschaft.

Die Themen der beiden Seminartage wurden abschließend mit allen rd. 100 Teilnehmern in einer großen Runde intensiv diskutiert. Das Seminar schloss mit dem Auftrag aus dem Auditorium, eine 4. Best Practice Veranstaltung im Jahr 2019 durchzuführen. Das Format hat sich zu einer festen Institution etabliert und bietet eine Plattform für Landwirte, Behörden, Unternehmen und Wissenschaft.

 

 

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