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Volksrepublik China

Die Volksrepublik China ist als Importeur und Exporteur einer der bedeutendsten Akteure auf dem Weltagrarmarkt. China ist global einer der größten Produzenten von Reis und Weizen und zugleich einer der größten Importeure landwirtschaftlicher Produkte, bspw. von Futtermitteln. National hat die Landwirtschaft weiterhin eine sehr große Bedeutung. Zwar betrug der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2017 nur ca. 8%, es sind jedoch ca. 35% aller Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig.

Von den 645 Mio. ha, die China als landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung stehen, können lediglich 135 Mio. ha für den Ackerbau genutzt werden. Der Anbau von Mais, Reis und Weizen nimmt dabei zwei Drittel der gesamten Anbaufläche ein. Die bedeutsamsten Ackerbauregionen sind die Zentralchinesische Ebene, die Nordostchinesische Ebene und das Sichuan-Becken. China verfügt über etwa 9% der weltweit zur Verfügung stehenden Ackerfläche. Jedoch stellt die chinesische Bevölkerung 22% der gesamten Weltbevölkerung. Aus diesem Grund war die Volksrepublik vor allem in den letzten 20 Jahren bestrebt, die landwirtschaftliche Produktion jährlich um 5-10% zu steigern. Das Ziel ist es, den chinesischen Konsum für viele Produkte wie Getreide und Ölsaaten fast ausschließlich durch nationale Produktion abzudecken.

Diese Bestrebungen stellen das Land jedoch vor große Herausforderungen. Aufgrund der Bodenknappheit verfolgt China eine intensive Form der Landwirtschaft, welche auch hohe Umweltbelastungen zur Folge hat. Die größten ökologischen Herausforderungen sind Bodendegradierung, ineffiziente Nährstoffverwertung, unsachgemäße Düngepraktiken und intensiver Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel. Ein durchschnittlich sehr geringer Ausbildungsgrad auf den landwirtschaftlichen Betrieben verschärft diese Problematiken.

Die Landwirtschaft ist in China von strategischer Bedeutung. Der nationale Plan zur nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft 2015-2030 sieht angebotsseitige Reformen, mehr Markorientierung und die Entwicklung ländlicher Regionen vor. Dies beinhaltet das Ziel, Subventionen abzuschaffen, Preismechanismen zu reformieren, Überkapazitäten abzubauen und Agrarmärkte – vorrangig exportorientiert – zu öffnen.

Eine Stärkung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungssektor und eine nachhaltige Agrarentwicklung in China sind für beide Länder von hohem Wert. Mit seiner bilateralen Zusammenarbeit unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Volksrepublik bei der Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen, die sich dem Land im Agrar- und Ernährungssektor stellen, leistet einen Beitrag zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung des Agrar- und Ernährungssektors in China und fördert eine leistungsstarke, effiziente und ressourcenschonende Landwirtschaft. Gleichzeitig wird durch eine Vertiefung des Dialogs mit und zwischen relevanten Akteuren des Agrar- und Ernährungssektors (z.B. Behörden, Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen) der Austausch von Fachwissen angeregt und Kenntnisse und Kompetenzen über den chinesischen Sektor in Deutschland gefördert. So werden produktive Arbeitsbeziehungen für die Kooperation zwischen Deutschland und China aufgebaut und in die Zukunft getragen.

(Stand: Juni 2019)

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