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Volksrepublik China

Die Volksrepublik China ist einer der bedeutendsten Akteure auf dem Weltagrarmarkt. China ist der größte landwirtschaftliche Erzeuger und hat 2015 mehr Reis (208.3 Mio. t) und Weizen (130.2 Mio. t) produziert als jedes andere Land. Gleichzeitig bleibt China auch 2016 Nettoimporteur von landwirtschaftlichen Produkten und ist der größte Handelspartner der EU in den Bereichen Landwirtschaft und Nahrungsmittel.

Der Anteil der Landwirtschaft (einschließlich Viehzucht, Forstwirtschaft und Fischerei) an der gesamten Wertschöpfung ist von 40% im Jahr 1970 auf 8,6% im Jahr 2016 gesunken. Dennoch bildet Chinas Landwirtschaft mit knapp 48% der Beschäftigten (2015) und einem jährlichen landwirtschaftlichen BIP Wachstum von 3-7% eine wichtige Säule der nationalen Wirtschaft.

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen sind Mais, Reis und Weizen. Sie nehmen zusammen ca. zwei Drittel der gesamten Anbaufläche ein. Die bedeutsamsten Ackerbauregionen sind die Zentralchinesische Ebene, die Nordostchinesische Ebene und das Sichuan-Becken.

Chinas Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Mit weiter wachsender Bevölkerung, steigendem Lebensstandard und verändertem Konsumverhalten rücken neben der Ernährungssicherung die Erhöhung der Lebensmittelsicherheit in den Fokus. Die Volksrepublik verfolgt eine Mechanisierung des Agrarsektors und eine Produktionssteigerung in der Tierhaltung mit mehr Tierzahlen pro Betrieb, um den wachsenden Fleischkonsum zu bedienen, der in den letzten 20 Jahren von ca. 25 auf 60 kg/Einwohner/Jahr gestiegen ist.

Mit einer Ackerfläche von 112 Mio. ha steht China nur relativ wenig Fläche pro Einwohner zur Verfügung: ca. 0,08 ha/Einwohner im Vergleich zu ca. 0,15 ha/Einwohner in Deutschland. Aufgrund dieser Bodenknappheit verfolgt China eine intensive Form der Landwirtschaft – mit hohen Umweltbelastungen. Die größten ökologischen Herausforderungen sind Flächendegradierung, ineffiziente Nährstoffverwertung, unsachgemäße Düngepraktiken und intensiver Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel.

Die Landwirtschaft ist in China von strategischer Bedeutung. Der Nationale Plan zur nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft 2015-2030 sieht angebotsseitige Reformen, mehr Markorientierung und die Entwicklung ländlicher Regionen vor. Dies beinhaltet das Ziel, Subventionen abzuschaffen, Preismechanismen zu reformieren, Überkapazitäten abzubauen und Agrarmärkte – vorrangig exportorientiert – zu öffnen.

Eine Stärkung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungssektor und eine nachhaltige Agrarentwicklung in China sind für beide Länder von hohem Wert. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) strebt in seiner bilateralen Zusammenarbeit mit China eine Vertiefung des Dialogs mit und zwischen relevanten Akteuren des Agrar- und Ernährungssektors (z.B. Behörden, Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen) an. Damit soll ein Beitrag zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung des Agrar- und Ernährungssektors in China geleistet und eine leistungsstarke, effiziente und ressourcenschonende Landwirtschaft gefördert werden.

(Stand: Februar 2018)

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