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Projekte

PRO-PLANTEURS

Das Projekt

Kakao wird in der Côte d’Ivoire von ca. 800.000 Kleinbäuerinnen und -bauern auf durchschnittlich einem bis drei Hektar Land angebaut. Trotz seiner hohen sozioökonomischen Bedeutung ist der Kakaosektor jedoch nur unzureichend entwickelt. Unangepasste extensive Produktion, Pflanzenkrankheiten sowie eine Überalterung der Kakaobäume in den Plantagen führen zu Produktionseinbußen und niedrigen Erträgen. Auch die Qualität ist starken Schwankungen unterworfen.

Neben Kakao werden häufig Kautschuk und Kaffee kultiviert. In der Regel bauen Kakaobauern auch Nahrungskulturen (z.B. Maniok, Mais, Bohnen) an oder widmen sich zusätzlich der Kleinviehhaltung (z.B. Geflügel, Ziegen, Schafe). Trotz dieser Diversität des Anbausystems bestehen unzureichende Kenntnisse zu den Anbaupraktiken und zur Erhöhung der Erträge. Darüber hinaus erfolgt die Diversifizierung der Kulturen häufig nicht ausreichend marktorientiert und Verarbeitungs- und Vermarktungsinfrastruktur fehlen weitgehend.

Die hohe Abhängigkeit der Kakaoproduzentinnen und -produzenten von Kakao als Einkommensquelle führt zu Verarmung, Fehlernährung und niedriger Resilienz der Haushalte bei Preis- und Ernteschwankungen. Das Projekt PRO-PLANTEURS stärkt Bauernorganisationen in der Côte d’Ivoire umfassend, um die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien zu verbessern, die natürlichen Ressourcen zu schonen sowie den Anbau nachhaltig erzeugten Kakaos zu fördern.

Projektziele und Aktionsbereiche

Ziel des Vorhabens PRO-PLANTEURS ist es, 20.000 kakaoproduzierende Familienbetriebe und ihre Organisationen in den östlichen und südöstlichen Regionen der Côte d’Ivoire zu professionalisieren, um über Einkommenssteigerungen und verbesserte Ernährung die Lebenssituation der Familien zu verbessern. Im Fokus der Aktivitäten stehen Frauen sowie junge Kakaobauern und -bäuerinnen. Das Vorhaben arbeitet mit ausgewählten Bauernorganisationen und verschiedenen lokalen Partnern zusammen. Die inhaltlichen Schwerpunkte von PRO-PLANTEURS und damit die Projektaktivitäten gliedern sich in folgende Bereiche:

  • Stärkung der Organisation von Genossenschaften: Um sicherzustellen, dass Genossenschaften den Anforderungen der Kakaobauern nachkommen können, müssen sie als formale Strukturen effektiv und effizient arbeiten. PRO-PLANTEURS unterstützt die Genossenschaften beim Aufbau und der Organisation von Dienstleistungen für Bauern und ihre Familien.
  • Unterstützung für nachhaltigen Kakaoanbau: Geringe Produktivität ist ein schwerwiegendes Hindernis bei der Steigerung von Einkommen der Kakaobauern. Die Anwendung von Good Agricultural Practices (GAP), geeigneten Düngemitteln sowie ausgewähltem Pflanzenmaterial ermöglicht eine Ertragssteigerung auf den Kakaoanbauflächen. Das Projekt unterstützt die Bauern über direkte Beratung und Trainings zum nachhaltigen Kakaoanbau.
  • Diversifizierung des Anbaus zur besseren Ernährung: Kakao gilt für viele Bauernfamilien in den Projektregionen als wichtigste Einnahmequelle. Dieser soll jedoch andere Kulturpflanzen, welche wichtige Nahrungsprodukte liefern, nicht verdrängen. Die Förderung der Diversifizierung durch PRO-PLANTEURS, insbesondere in Zusammenarbeit mit Frauen, leistet einen Beitrag zur Nahrungssicherheit sowie zur Einkommensverbesserung durch den Verkauf von Überschüssen.
  • Förderung von gemeinsamem Lernen: PRO-PLANTEURS unterstützt den Austausch von Erfahrungen und Wissen, sowie die Verbreitung von Best Practices und Erfolgsgeschichten, indem es die Nutzung von Lernplattformen durch Kakaobauern und Genossenschaften fördert.

Projektpartner und Kooperationen

Das Projekt wird von der Bundesregierung (BMZ und BMEL), den Mitgliedern des Forums Nachhaltiger Kakao e.V. (Industrie, Handel und Zivilgesellschaft) und der ivorischen Regierung (Conseil du Café-Cacao) getragen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH führt das Projekt durch.

PRO-PLANTEURS trägt zur Umsetzung der nationalen Kakaostrategie 2QC der Côte d’Ivoire sowie der Strategie CocoaAction der Weltkakaostiftung (WCF) bei. Außerdem be-steht eine Zusammenarbeit mit dem nationalen Ernährungsprogramm, welches die Umsetzung der Schulungen vor Ort zur Verbesserung der Ernährung der an PRO-PLANTEURS beteiligten Bauern und Bäuerinnen begleitet.

(Stand: Mai 2018)

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