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Ukraine

Die fruchtbaren Schwarzerdeböden und insgesamt 32 Millionen Hektar Ackerland bieten der Ukraine gute Möglichkeiten für eine starke landwirtschaftliche Entwicklung. So spielt der Agrarsektor mit seinem Anteil von 18 Prozent am BIP auch eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle. Mit einem Beitrag von 42 Prozent zum Gesamtexport ist er sogar maßgeblicher Faktor im Handelsbereich – auch aufgrund der Schwäche anderer traditioneller Wirtschaftsbereiche. So arbeitet noch jeder fünfte Beschäftigte in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft.

Nach der Auflösung der Sowjetunion ging die landwirtschaftliche Produktion zunächst um mehr als die Hälfte zurück. Erst im Jahr 2000 zeichnete sich eine Trendwende ab: Investitionen nah-men zu, nicht zuletzt aufgrund verbesserter politischer und gesamtwirtschaftlicher Umstände. Angepasste, subventionsfreie Nahrungsmittelpreise machten Agrarinvestitionen attraktiver. Aus früheren staatlichen Großbetrieben entstanden „Agroholdings“, die moderne Agrartechnik einsetzen. Nach erheblichen Rückschlägen in den Jahren 2014 und 2015 infolge des Konflikts mit Russland wächst die ukrainische Wirtschaft seit 2016 wieder.

Nach der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 wurden rund 27 Millionen Hektar Agrarland privatisiert und an fast sieben Millionen Beschäftigte der ehemaligen Agrar-Staatsbetriebe, übereignet. Eine vollständige Ausübung des Eigentumsrechts ist jedoch weiterhin nicht möglich – das entsprechende Moratorium über den Landkauf wird regelmäßig verlängert. Die landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten daher nahezu ausschließlich auf gepachtetem Land.

Jährlich werden in der Ukraine über 60 Millionen Tonnen Getreide produziert, davon hauptsächlich Weizen, Mais und Gerste. Mehr als die Hälfte wird exportiert. Im weltweiten Vergleich steht die Ukraine hier an vorderen Positionen. Bei Zuckerrüben ist sie einer der größten Produzenten Europas und bei den Ölsaaten Weltmarktführer. In der Südukraine ermöglichen lange Sonnenperioden teilweise zwei Ernten im Sommer, hauptsächlich Obst und Gemüse. Trotz des Rückgangs der Nutztierbestände haben die Tierproduktion und die Milchverarbeitung weiterhin Bedeutung.

Die Ukraine, für Deutschland ein wichtiger Partner, hat für sich in vielen Feldern Reformbedarf erkannt. Hierbei wird sie im Bereich Ernährung und Landwirtschaft vielfältig vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt. Über das Bilaterale Kooperationsprogramm wird ein Wissenstransfer auf Augenhöhe geleistet und der Erfahrungsaustausch gepflegt. Im Blickfeld stehen dabei verlässliche und regelbasierte Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, umweltschonende Landwirtschaft sowie ein verstärkter Handel zwischen deutschen und ukrainischen Unternehmen.

(Stand: Februar 2018)