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Äthiopien

Durch große Entwicklungsfortschritte und klare Wachstumsorientierung kann Äthiopien beachtliche Erfolge in der sozioökonomischen Entwicklung vorweisen. Die äthiopische Wirtschaft erzielte bis vor wenigen Jahren noch zweistellige Wachstumsraten, die sich seit 2016 auf ca. 7-8% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) eingependelt haben. Damit zählt sie zu den fünf am schnellsten wachsenden der Welt. Dennoch gehört Äthiopien noch immer zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern.

Die Landwirtschaft weist unterdurchschnittliche Wachstumsraten auf, obwohl diese mit etwa 80% der Erwerbstätigen und einem Anteil von rund 40% am BIP den bedeutendsten Erwerbszweig darstellt. Wichtige landwirtschaftliche Exportprodukte sind Kaffee, Schnittblumen, Gemüse sowie Ölsaaten. Die in Äthiopien traditionell weit verbreitete Zwerghirse Teff ist in den letzten Jahren als sogenanntes Superfood weltweit populär geworden und stellt ein zunehmend wichtigeres Exportgut dar.

Große Herausforderungen sind vor allem das starke Bevölkerungswachstum von fast 3% pro Jahr sowie die Anpassung an den Klimawandel mit wiederkehrenden Extremwetterlagen (Überschwemmungen und Dürren). Die Landwirtschaft ist überwiegend kleinbäuerlich geprägt mit wenigen Großbetrieben. Viele Bauern können sich und ihre Familien mit ihrer Ernte nicht ganzjährig ernähren, so dass Nahrungsmittelhilfe und andere Unterstützungsprogramme erforderlich werden.

Die äthiopische Regierung hat umfassende Reformpläne ausgearbeitet, um die Potentiale des Landes besser zu nutzen. Der Growth and Transformation Plan II (GTP II) von 2015 sieht unter anderem den Ausbau der verarbeitenden Industrie, Exportorientierung und auch die landwirtschaftliche Industrialisierung vor. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt Äthiopien bei der Umsetzung.

Für das BMEL ist Äthiopien ein Schwerpunktland der Zusammenarbeit. Es spielt in Ostafrika eine wichtige Rolle als Stabilitätsanker. Ziel ist es, das Partnerland bei dem Aufbau einer nachhaltigen und leistungsstarken Landwirtschaft zu unterstützen. Gegenstand der Zusammenarbeit sind die nationale Saatgutpolitik und Bereitstellung von Qualitätssaatgut, die Förderung der Selbstorganisationskräfte in der Landwirtschaft, das Genbankmanagement des Äthiopischen Instituts für Biodiversität. Die Zusammenarbeit richtet sich auf die Erhaltung der einmaligen Nutzpflanzen-Biodiversität und die Förderung der Mechanisierung und Produktivität in der Landwirtschaft.

(Stand: Februar 2018)